Nematoden gegen Trauermücken

Das Myzel wird von den Larven der Trauermücken bevorzugt befallen.

Das Myzel wird von den Larven der Trauermücken bevorzugt befallen.

Wie eine Bekämpfung von Trauermücken in Champignons mit Hilfe von Nematoden aussehen kann, stellte Rob Wilbers von Mertens, Horst/NL, im Rahmen der Mitgliederversammlung der Landesfachgruppe Kulturpilzanbau im Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer im Frühjahr in Geldern vor. Dieses Thema wird von vielen Anbauern kontrovers diskutiert: Zum einen liebäugeln viele mit dem Einsatz der modernen Nützlinge, um Resistenzen vorzubeugen, zum anderen bedeutet deren Einsatz immer, dass eine Schadschwelle bestimmt werden muss. Die ist aber nach Angaben der Anbauer nur sehr schwer zu finden. Nur wenn bereits Trauermücken in der Kultur sind, macht der Einsatz der Nematoden wirklich Sinn. Nützlinge erhalten sich schließlich in der Kultur durch die Vernichtung der Schädlinge – sind keine oder zu wenig Schädlinge vorhanden, sterben die Nützlinge binnen weniger Tage ab und der Aufwand für ihren Einsatz war umsonst. Allerdings ist diese Schadschwelle bei Champignons extrem schwer zu bestimmen. Ist bereits ein Befall zu erkennen, sind die Schäden oft schon groß, weil die Larven der Trauermücken das Myzel selbst schädigen.

Finden die Nematoden genug Futter, also in diesem Fall Trauermücken, beträgt ihr Lebenszyklus sechs Wochen. Wilbers empfahl, die ersten Steinernema-Nematoden 4 bis 6 Tage nach dem Füllen der Kisten oder der letzten Wassergabe einzusetzen. Pro m² wird dann mit 2 Mio. Nematoden gearbeitet. Eine andere Variante des Einsatzes ist die Freilassung 4 bis 6 Tage vor der ersten und der zweiten Welle, dann wird jeweils mit 1 Mio. Nematoden gearbeitet. Die Nematoden werden in Flaschen geliefert, sie können in einem kühlen Raum bis zu sechs Wochen gelagert werden.

Text und Bild: Christiane James

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