Luftfeuchte genauer messen

Peter Bouten freut sich über frische Champignons und eine flüssige Spezialität aus Niedersachsen aus den Händen von Michael Schattenberg

Peter Bouten freut sich über frische Champignons und eine flüssige Spezialität aus Niedersachsen aus den Händen von Michael Schattenberg

Zum Thema „Optimales Klima in der Champignonkultur mit Hilfe der Feuchtedifferenzierung“ machte Peter Bouten, GTL Europe, Venlo/NL, im Rahmen der Jahrestagung des Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) e.V. in Bremen deutlich, dass differenzierte Messverfahren in der Kultur immer wichtiger werden. So wird bei modernen Systemen nicht mehr die relative Luftfeuchtigkeit gemessen, sondern die tatsächliche Feuchtigkeit in der Luft des Kulturraumes gesteuert. Geht man vom sogenannten „Mollier“-Diagramm aus, kann 18°C warme Luft bei einer gewünschten Luftfeuchtigkeit von 88% maximal 12,91gr/KG  an Feuchtigkeit aufnehmen. In der Regel ist dieser Anteil aber niedriger, die „absolute Feuchte“ wird dann mit einem Wert von 11,33gr/KG gemessen. Der Unterschied zwischen beiden Werten beträgt 1,58gr/KG – diesen Wert nennt Bouten „Feuchte Defizit“. Mittels moderner EDV in der Kultursteuerung lässt sich dieser Wert messen und dann auch steuern. Vorteil: Diese Messung ist viel genauer als die hergebrachte Ermittlung der relativen Luftfeuchtigkeit. „Die Umstellung erfordert aber ein Umdenken beim Kultivateur, das ist nicht einfach“ ist die Erfahrung von Peter Bouten zu diesem Thema. Der Luftdruck hat übrigens auch einen Einfluss auf das Raumklima und die Luftfeuchtigkeit. Wer allerdings mit dem „Feuchte Defizit“ arbeitet bekommt auch bei größeren Druckschwankungen genauere Werte, weil das Defizit den Schwankungen weniger unterliegt. Eine feine Klimasteuerung sorgt dafür, das sich die Kultur wohlfühlt – und sie hilft dabei, Energie einzusparen.

Text und Bild: Christiane Jame, Straelen

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