Speed Spawn für die Zukunft?

In den USA sorgt seit einiger Zeit der sogenannte „Speed Spawn“ für Aufsehen. Dabei handelt es sich um Pilzbrut, die auf besonderen Medien herangezogen wird. Das noch recht neue und sehr aufwendige Verfahren kommt bei den Kulturbedingungen in Amerika sehr gut an, in Europa haben die großen Hersteller jetzt mit den Testphasen begonnen. Auf der Jahreshauptversammlung des Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) e.V. in Bremen stellten die Unternehmen ihre Erfahrungen mit der Neuheit vor.

Ein großes Dankeschön für Ausführungen zu einem Zukunftsthema von BDC-Geschäftsführer Jochen Winkhoff (links) und dem BDC-Vorsitzenden Michael Schattenberg (rechts) an, von links nach rechts: Hubert Hay, Eric Vernooij und Harry Hesen

Ein großes Dankeschön für Ausführungen zu einem Zukunftsthema von BDC-Geschäftsführer Jochen Winkhoff (links) und dem BDC-Vorsitzenden Michael Schattenberg (rechts) an, von links nach rechts: Hubert Hay, Eric Vernooij und Harry Hesen

Hubert Hay berichtete für Amycel, Vendome/F, über das Produkt, das im Hause unter dem Namen „Onyx“ geführt wird. 15 verschiedene Materialien werden bei der Produktion gebraucht, das macht das Verfahren aufwendig und sorgt für einen um 30 bis 40 Prozent höheren Preis als bei der klassischen Brut. Der Speed Spawn ist aber, wie es sein Name schon andeutet, schneller als die klassischen Varianten. Und genau in dieser Geschwindigkeit, die für den Produzenten eine kürzere Kulturdauer bedeutet, liegt neben der Toleranz gegen den gefürchteten Pilz Trichoderma laut Hay auch einer der großen Vorteile von Onyx. Amycel will Speed Spawn deshalb in Zukunft für alle Rassen anbieten, auch Exoten sind nicht ausgeschlossen.

Eric Vernooij, Lambert Spawn Europa, Wanroij/NL, berichtete, wie man Speed Spawn, der im Hause Lambert als „SI“ geführt wird, zur Kontrolle von Krankheiten und Schädlingen einsetzen kann. Die Toleranz gegen Trichoderma und die Wachstumsgeschwindigkeit sieht auch Vernooij als die großen Vorteile der Neuheit an. Das Mycel der Pilze aus Speed Spawn ist außerdem stärker. Beobachtungen haben gezeigt, das Speed Spawn auch mit Kompost, der weniger Qualität hat, zurecht kommt. Hitze scheint diese Variante ebenfalls besser zu vertragen. Aber: „SI löst nicht jedes Problem“ warnte Vernooij seine Zuhörer. Als Nachteil sieht auch er den zurzeit noch deutlich höheren Preis.

Harry Hesen, Sylvan Nederland, Horst/NL, erklärte, dass man in Europa mit Speed Spawn noch am Anfang stehe. Unter dem Begriff „ASR“ wird diese Variante bei Sylvan geführt. Dank des schnelleren Mycelwachstums braucht man in der Phase III einen Tag weniger – das kann 3 bis 4 Prozent mehr Umsatz bringen. Auch bei Sylvan sind die Produktionskosten für Speed Spawn im Vergleich zu den Klassikern deutlich höher. In den USA macht das Unternehmen mit Speed Spawn steigende Umsätze, in Europa befindet man sich nach eigenen Aussagen noch in der Versuchsphase.

In der anschließenden regen Diskussion waren sich die Praktiker in Bremen einig, das die neue Brut vorerst noch zu teuer ist. Doch der BDC wird die Entwicklung zu diesem Thema aufmerksam beobachten.

Text und Bild: Christiane James

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