GE Greens, Kevelaer-Twisteden

Mit Exoten ist GE Greens seit Januar 2009 im ehemaligen Munitionsdepot im niederrheinischen Twisteden, einem Ortsteil des bekannten Wallfahrtsortes Kevelaer, aktiv. Austernpilze machen das Gros der Produktion aus, Kräuterseitlinge sind in kleinen Stückzahlen ebenfalls im Angebot. Bei den Austernpilzen dürfte GE Greens heute der größte Produzent in Deutschland sein. Das Unternehmen arbeitet in 20 Bunkern, die insgesamt 3.000 m² Kulturfläche bieten. Die Anlage ist weitläufig, entsprechend groß ist der logistische Aufwand für das Unternehmen. „Auch deshalb“, so Geschäftsführer Avishay Morag, „wollten wir Bio-Anbau betreiben. Doch allein mit der Bio-Produktion funktioniert das nicht, deshalb fahren wir heute zweigleisig“, erklärt der Israeli. Das Unternehmen hat die als streng geltende Zertifizierung von Bioland. Bio und konventionell funktionieren in Twisteden nur deshalb in einem Unternehmen, weil die Produktionsräume komplett voneinander getrennt sind – das ist der Vorteil der weitläufigen Anlage. Dazu gibt es für Bioware ein eigenes Kühlhaus, im zweiten Kühlraum lagert links die Bioware und rechts die konventionelle. Für die Marktaufbereitung gibt es nur einen Raum – in dem wird in der Regel erst die Bioware und dann die andere verarbeitet. Und damit auch jeder Mitarbeiter weiß, welche Ernte in welchen Bereich gehört, arbeitet GE Greens mit roten und schwarzen Kisten. Rot ist für Bio. Geerntet wird übrigens täglich und ganzjährig. Der Großteil der Produktion geht nach dem Motto „Aus der Region für die Region“ auf den deutschen Markt.

GE Greens ist eine Tochter der niederländischen Prodalim BV, Rotterdam und Valencia. Das 1987 gegründete Unternehmen ist nach eigenen Angaben heute der weltweit größte Hersteller von Säften und anderen Produkten aus Früchten, 250.000 Tonnen verarbeitete Früchte wurden im letzten Jahr vermarktet. Dank der international agierenden Mutter verfügt GE Greens über sehr gute Kontakte in verschiedene Bereiche der Obst- und Gemüseproduktion. Avishay Morag schaut mit seinem Team aus fünf Vollzeit- und 6 Teilzeitarbeitskräften gern auch einmal über den Tellerrand. Ein Ergebnis dieses besonderen Blicks ist die Prüfung von kompostierbarer Folie für die Säcke, in denen die Austernpilze kultiviert werden. In Zusammenarbeit mit BASF, Ludwigshafen, ist ein entsprechendes Material entwickelt worden (mehr Details dazu finden Sie im nächsten BDC-Newsletter). Dabei ging es vor allem darum, wie lange die Folie halten muss bis sie zu verrotten beginnt. Aktuell ist man bei einer Frist von 40 Tagen angekommen – die reichen für die Produktion der Austernpilze mit einer Welle. Nach der Kultur werden die Säcke von Landwirten aus der Region als Dünger auf Felder aufgebracht. Ab Juli soll die gesamte Kultur auf die neue Folie umgestellt werden, dann wird die Verwertung der Säcke einfacher und preiswerter, weil der Kunststoff nicht mehr entsorgt werden muss. Das Substrat kommt in fertigen Säcken von Koopman/Substrat Horst, das Spicken übernimmt GE Greens selbst.

Text und Bilder: Christiane James

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