Topterra erweitert Standort Worpswede

Wollgras und Torfmoos sind die beiden wichtigsten Zeigerpflanzen dafür, dass die Renaturierung des Teufelsmoores auf großen Flächen bereits gelungen ist

Die Humuswerke Worpswede (HWW) gehören seit 2005 zum niederländischen Deckerde-Produzenten Topterra – in diesem Sommer konnte nun die neue Produktionshalle in Betrieb genommen werden. Der hausintern als „Werk 2“ bezeichnete Standort liegt nur wenige Meter vom Stammbetrieb in Worpswede entfernt. Die neue 1500 m² große Halle mit der vorgelagerten 16.000 m² Lagerfläche ist für die Produktion von loser Deckerde für den deutschen Markt vorgesehen. Neben viel Lagerfläche für verschiedene strukturierte Erden und einer modernen Sieb- und Mischanlage ist die neue Beladungsstation für Lkw in der Halle zu finden. Mit Hilfe eines verfahrbaren Förderbandes können die Lkw jetzt unter dem Hallendach von den Fahrern perfekt und geschützt beladen werden. Im Stammbetrieb soll sich in Zukunft alles um Deckerde in 50-l-Säcken und Bigbags drehen. Insgesamt produziert Topterra an den Standorten im niederländischen Wanssum und in Worpswede pro Jahr 300.000m³ Deckerde, die weltweit in 40 Länder verkauft wird.

Dabei kommt der Beschaffung des Ausgangsmateriales eine immer wichtigere Rolle zu, wie Geschäftsführer Lam Janssen bei der Eröffnung in Worpswede erklärte. Rund ein Drittel des benötigten Torfs kommt mittlerweile aus Bauvorhaben wie den im Norden populären Windrädern. Sie müssen stabil gegründet werden – und das geht nur auf festem Boden und nicht auf dem elastischen und nachsackenden Torf. „Wir stehen in ständigem Kontakt zu den Gemeinden und zu wichtigen Bauträgern. Auf Wunsch organisieren wir die gesamte Logistikkette bis hin zum Abtransport des Torfes per Dumper“ berichtet Janssen. Bereits bei der Beschaffung des Torfs wird die Qualität des Materials mit Bodenproben analysiert. Diese Überprüfungen, die zum Teil in eigenen Laboren stattfinden, begleiten den gesamten Produktionsprozess, um den Kunden eine sichere Deckerde liefern zu können.

Torf kommt rund um Worpswede aus der Region und aus dem rund 100 km entfernt gelegenen „Küstenkanal“. Seit 2013 pflegt Topterra zudem eine enge Zusammenarbeit mit Turba, Papenburg, bei der Renaturierung des Teufelsmoores. Das liegt nur wenige Kilometer von Worpswede entfernt und wird zurzeit wieder vernässt. Bei diesem Umweltprojekt geht es vor allem darum, am Rande bestehende Torfschichten abzubauen, um sie an den bereits renaturierten Bereich anzupassen. Teilweise sind hier bis zu 2 m mächtige Torfschichten zu finden, die für Topterra als Ausgangsmaterial interessant sind. Bei sorgfältigem Management mit der Ressource Torf und der einen oder anderen cleveren Idee wird das Unternehmen auch in Zukunft genug hochwertiges Ausgangsmaterial für die Produktion von Deckerde haben – da ist man sich bei Topterra sicher.

Text und Bilder: BDC

Blick auf die neue Produktionsanlage mit ausgedehnten Lagerflächen im Freiland und in der Halle

 

In der Halle ist genug Platz, um Deckerde mit verschiedenen Körnungen zu lagern

 

Torfabbau am Rande des Teufelsmoores, hier ist die Schicht teilweise bis zu 2 m stark – die bewachsene Deckschicht wird nach dem Austorfen wieder aufgebracht

 

Die klassische Moorbahn kommt heute vor allem bei feuchter Witterung und bei Besichtigungen zum Einsatz

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