Neu: Tröpfchen

Leckere Pilze als Dankeschön für einen gelungenen Vortrag, von links nach rechts: Michael Schattenberg, Dr. Ofer Danay, Dubi Raz und Jochen Winkhoff.

Leckere Pilze als Dankeschön für einen gelungenen Vortrag, von links nach rechts: Michael Schattenberg, Dr. Ofer Danay, Dubi Raz und Jochen Winkhoff.

Mit „Bewässerung der Champignons im Regalsystem mit Tropfschläuchen“, stellten Dr. Ofer Danay und Dubi Raz, Netafim, Frankfurt, ein für die Pilzanbauer neues System vor. Die Israelis sind die Erfinder der Tropfschläuche, die im Gartenbau in vielen Kulturen seit Jahren mit Erfolg eingesetzt werden. Bislang ist bei Champignons das Sprühen über Kopf die gängige Methode der Bewässerung. Das hat jedoch den großen Nachteil, dass die Pilze schnell wieder energieaufwendig trocken geheizt werden müssen, um nicht fleckig zu werden.

Netafim verlegt acht Tropfschläuche pro Beet zwischen Kompost und Deckerde. Mit Hilfe einer speziellen „Kabeltrommel“ werden die Kunststoffschläuche mit den Tropfern verlegt. Nach Beendigung der Kultur werden die Schläuche wieder aufgewickelt und in einer Maschine gereinigt und desinfiziert. Bis zu sechs Mal sollen sich die Schläuche verwenden lassen.

Kabeltrommel zum Verlegen der acht Tropfschläuche pro Beet.

Kabeltrommel zum Verlegen der acht Tropfschläuche pro Beet.

Die Bewässerung erfolgt direkt an das Mycel. Vorteil: Das Wasser wird feiner verteilt, der Fruchtkörper selbst wird nicht nass. Die Qualität der Pilze bei der zweiten und auch der dritten Welle, die bislang als minderwertiger galt, ist bei Versuchen von Netafim erheblich gestiegen. Weil in Deutschland bei Champignons kaum eine dritte Welle kultiviert wird, scheint das System auf den ersten Blick zu aufwendig. Bei Pilzland in Eßleben stellte Netafim das System auf einem Beet vor. Dabei zeigte sich ein Vorteil, der erst in der Praxis deutlich wird: Weil die Pilze beim Gießen nicht mehr nass werden, können sie praktisch jederzeit geerntet werden. Bei der Überkopfbewässerung müssen hingegen zwischen Gießen und Ernten mehrere Stunden vergehen, bis die empfindlichen Fruchtkörper wieder trocken sind. Berechnungen, wie viel Energie sich durch das entfallende Trockenheizen einsparen lässt, gibt es vermutlich noch nicht. Nach Erfahrungen aus Israel, wo das System bereit bei Champignons eingesetzt wird, kann die Deckerdeschicht mit 4 cm Stärke dünner ausfallen als bisher, außerdem scheint die Kultur mit einer dünneren Kompostlage möglich. Weil die Deckerde dünner aufgelegt wurde, wuchs das Myzel schneller durch – so ließe sich Kulturzeit einsparen.

Nur am Ende des Beetes sind die in der Deckerde verborgenen Schläuche zu erkennen.

Nur am Ende des Beetes sind die in der Deckerde verborgenen Schläuche zu erkennen.

Als einen Haken betrachteten die Praktiker in Würzburg die Desinfektion der Schläuche sowie deren Installation, die zu den bestehenden Füllsystemen und –schemen passen muss.

BDC

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