Gute Chancen für heimische Produkte

Rund 3 kg Pilze – frisch und konserviert – essen die Deutschen pro Kopf und Jahr – doch nur 62.000 t der Pilze für diesen Markt kommen aus heimischer Produktion. „Es muss doch Möglichkeiten geben, den Verbrauch in Deutschland zu steigern“, meinte Joost van Schipstal zu seinen Zuhörern bei der Jahrestagung der Landesfachgruppe „Kulturpilzanbau“ im Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Straelen. Van Schipstal ist Geschäftsführer des niederländischen Kompostproduzenten Walkro. Wichtigste Importländer für frische Ware sind nach wie vor die Niederlande und Polen.

Stärken nutzen!

Joost van Schipstal rief seine Zuhörer dazu auf, ihre Stärken zu nutzen. Im Vergleich zu Polen sind die Deutschen in aller Regel besser organisiert und technisch eher auf dem Stand der Dinge. „Es gibt auch in Polen sehr gute und moderne Betriebe, doch nicht alle sind auf der Höhe der Zeit“, meinte der Niederländer. Effizienz und gute Organisation sieht er als die wichtigsten Mittel gegen die Importe aus dem Osten an.

Joost van Schipstal sieht für heimische Produktion noch viele Chancen.

Joost van Schipstal sieht für heimische Produktion noch viele Chancen.

Einer der wichtigsten Faktoren könnte in diesem Zusammenhang aber die vermehrte Nachfrage nach regionaler Ware sein. In der Marktnähe sieht auch Joost van Schipstal eines der wichtigsten Pfunde, mit denen heimische Produzenten wuchern sollten. „Das muss in der Werbung noch viel mehr herausgestellt werden“ sagte er. Vor allem bei den Einkäufern der großen Ketten steht aber häufig nur der Preis im Vordergrund.

Voll im Trend

Hinterfragt man die Kultur von Champignons einmal genauer, liegt sie voll im Trend der Zeit: Immer mehr Verbraucher schauen nicht nur auf die Herkunft der Ware, sie greifen auch immer lieber zu Bio-Produkten. „Champignons sind nicht nur ein Naturprodukt, sie werden bereits fast biologisch produziert“, meinte der Kompostspezialist. Braune Champignons, bei denen die Nachfrage immer weiter steigt, sind nicht nur geschmacklich intensiver, sie haben aus Sicht des Verbrauchers auch die Anmutung eines Naturproduktes. Hinzu kommt laut van Schipstal bei den Pilzen die konstante Produktion, die nicht abhängig von Wind und Wetter ist. Geschmack, Qualität und Preis sind die weiteren Faktoren, die für das Produkt „Kulturpilz“ sprechen. Die oft unter Praktikern diskutierten Kosten für das Pflücken werden seiner Ansicht nach in Zukunft übrigens nicht die wichtigsten Kostenfaktoren für den Produzenten sein – die Rohstoffe könnten bald den größten Ausgabenposten darstellen. „Der Markt für deutsche Ware ist da. Wer ein gutes Produkt macht und konkurrenzfähig ist hat sicher eine gute Zukunft!“ ist sich Joost van Schipstal sicher.

Das Walkro-Werk im niederländischen Blitterswijck produziert auch für den deutschen Markt.

Das Walkro-Werk im niederländischen Blitterswijck produziert auch für den deutschen Markt.

Christiane James

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