Hessischer Pilztag 2013 in Österreich

Kräuterseitlinge in Flaschen bei Marchfelder Bio-Edelpilze, A-Raasdorf

Kräuterseitlinge in Flaschen bei Marchfelder Bio-Edelpilze, A-Raasdorf

Rund 80 Mitglieder der Hessischen Landesfachgruppe Pilzanbau (HLP) und Gäste trafen sich im November letzten Jahres zum Hessischen Pilztag 2013 in der Nähe von Wien. Nach den Regularien stand die Besichtigung von Marchfelder Bio-Edelpilze, A-Raasdorf, auf dem Programm. Der Geschäftsführer Dr. Hermann Eckert und seine Mitarbeiter führten durch den Betrieb und erläuterten das Produktionsverfahren. Es werden jährlich ca. 200 Tonnen Kräuterseitlinge und ca. 30 Tonnen Pleurotus abalone produziert. Der Betrieb ist einer der drei Flaschenbetriebe in Europa. Bei diesem vor rund 50 Jahren in Japan entwickelten Verfahren wird das Substrat in Kunststoffflaschen abgefüllt und die Fruchtkörper wachsen aus dem weiten Hals der Flaschen. Die einzelnen Arbeitsschritte werden von Automaten ausgeführt.

Die Fachreferate des Hessischen Pilztages beschäftigten sich mit der „Verwertung von Pilzsubstratrückständen“. Einigen Betrieben bereitet dieses Thema bereits beachtliche Probleme und es ist zu befürchten, dass die Auflagen für die Verwertung künftig von den Behörden noch restriktiver umgesetzt werden. Ulrich Groos referierte über die allgemeine Problematik und zeigte verschiedene Möglichkeiten der Verwertung auf. Ulrich Kilburg von C.A.R.M.E.N., D-Straubing, sprach über die Verwertung zur Energiegewinnung. Arjan Heeren, NL-Uden, berichtete über die Verbrennung von Champignonkompost zur Energiegewinnung in seinem Betrieb.

Die Akteure vom Hessischen Pilztag 2013 (von links nach rechts): Ulrich Groos, Dr. Hermann Eckert, Jürgen Kynast, Ulrich Kilburg, Arjan Heeren, Dr. Adrienn Somos-Nagy und József Pusztai

Die Akteure vom Hessischen Pilztag 2013 (von links nach rechts): Ulrich Groos, Dr. Hermann Eckert, Jürgen Kynast, Ulrich Kilburg, Arjan Heeren, Dr. Adrienn Somos-Nagy und József Pusztai

Dr. Adrienn Somos-Nagy, H-Kecskemét, erklärte die Verwertung von Strohsubstratrückständen von der Pleurotus-Produktion in der betriebseigenen Biogasanlage. Es ist beabsichtigt, zahlreiche Analysen von Pilzsubstratrückständen durchzuführen und durch Bescheinigungen den Anforderungen der Behörden nachzukommen. Die Nutzung zur Energiegewinnung ist noch im Versuchsstadium und wirft viele Fragen unter anderem wegen des Feuchtigkeitsgehalts, der Säurebildung und den Abgaswerten auf. Mittlerweile vorliegende Analyseergebnisse von Nähr- und Schadstoffen, Brennwert und Biogaserträgen stimmen optimistisch. Außerdem konnten bei unseren Proben in Hessen die Seuchen- und phytohygienische Unbedenklichkeit nachgewiesen werden.

Text und Bilder: Ulrich Groos, HLP

Comments are closed.